
| Maße: | 90 cm Höhe, 37 cm Breite, 27 cm Tiefe |
| Entstehung | 1480/1500 |
| Material: | Holz geschnitzt und polychrom gefasst |
Es handelt sich um eine rein gotische Figur Tiroler Provenienz, wohl Brixen. Eine Entstehung so um 1480 ist beim derzeitigen Stand der Dinge klar. Wir forschen gerade nach einem eventuellen Bildhauer, eben Künstler, der sich zuordnen lässt.
Das Stück ist in einem für die Entstehungszeit besonders qualitätsvollen Zustand.
Eine Altrestaurierung, die keinen Schaden zugefügt hat, ist erkennbar im positiven Sinn. Die künstlerische Qualität und die Qualität der Schnitzarbeit sind von einem ganz besonders hohen Niveau aus der Zeit gesprochen. Das Stück zeichnet sich in seiner Schnitzqualität durch besonders ausgeprägte, deutliche Schüsselfalten aus in rein gotischer Ausprägung. Das Unterkleid des dargestellten Gottvaters spannt sich über das Knie in gotischer Manier, wobei sich Falten als Röhrenfalten bis an den Rand des Kleides fortsetzen. Die eine Hand hält die Sphaira im Schoß, die andere Hand ist segnend gehoben, wobei die segnenden Finger in typischer Manier der Segensgestus gekrümmt gestreckt sind. Dabei bildet sich auch am Ärmelaufschlag des Übermantels eine in gotischer Manier ausgeführte Schüsselfalte.
Besonders markant sind die ausgeprägt tief geschnittenen Locken an Bart und Haupthaar. Die Physiognomie gibt Hinweise auf den deutschen Typus mit romanischer Nase und hohen Backenknochen und ist somit für die Brixener Schule markant. Der Gesichtsausdruck ist der Gotik entsprechend kontemplativ ruhig.
Die polychrome Fassung zeigt erwartungsgemäße Altersschäden und sehr sensible kleine Stellen einer Altrestaurierung, ist aber im hohen Maße als Original zu bezeichnen.